Mahatma Gandhi und sein Diebstahl

Mahatma Gandhi:
"Ich war 15 Jahre alt, als ich einen Diebstahl beging. Ich war in Schulden geraten. Es handelte sich um etwa 25 Rupien (19 Euro). Mein Bruder trug an seinem Arm ein Armband von purem Gold. Es war nicht schwierig, ein Stück davon herunterzuschneiden. Das tat ich und beglich damit die Schuld. Aber das war mehr, als ich ertragen konnte. Nie wieder wollte ich stehlen. Ich nahm mir vor, es meinem Vater zu beichten. Aber ich wagte den Mund nicht aufzutun. Nicht aus Angst vor Schlägen, denn mein Vater schlug uns nie, sondern weil ich den Schmerz fürchtete, den ich ihm bereiten würde. Aber ich fühlte, es müsse dennoch sein, weil es keine Läuterung geben konnte ohne ein lauteres Bekenntnis. Endlich entschloss ich mich, die Beichte niederzuschreiben, sie meinem Vater zu überreichen und ihn um Verzeihung zu bitten. In dem Schreiben beichtete ich nicht nur meine Schuld, sondern bat auch um eine angemessene Bestrafung. Ich zitterte über und über, als ich diese Beichte meinem Vater überreichte. Während er las, saß ich ihm gegenüber. Da rannen ihm die Tränen wie Perlentropfen über die Wangen. Für einen Augenblick schloss er die Augen in Betrachtung und zerriss dann das Papier. Ein solch erhabenes Verzeihen lag an sich nicht in seiner Natur. Ich hatte gedacht, er würde zornig werden und harte Worte sagen. Aber er war wundersam ruhig. Ich glaube, das kam von meinem offenen Bekenntnis. Ein offenes Bekenntnis, verbunden mit dem Gelöbnis der Besserung, abgelegt vor einem, der ein Anrecht darauf hat, es zu empfangen, ist die reinste Form der Reue. Ich weiß, dass meine Beichte meinen Vater völlig über mich beruhigte und seine Liebe zu mir unendlich erhöhte."

Ohne Reue und ehrliches Bekenntnis ist die Sündenvergebung nicht möglich:
"Es gibt Menschen, die ihre Schandtaten und Laster nicht nur nicht bereuen, sondern Sünde auf Sünde häufen und sich dabei nicht schämen, Gott immer wieder um Verzeihung zu bitten, obwohl sie in ihren Sünden verharren wollen. Solche dürften nicht einmal bei Menschen wagen, um Vergebung zu bitten. Ihr Gebet wird von Gott auch nicht erhört."
Römischer Katechismus

"Wie Gott es hasst, wenn einer seine Sünden beschönigt, so hilft er dem, der sie reuig bekennt."
Hl. Augustinus

"Wenn der Mensch sich reinwäscht, klagt Gott ihn an. Wenn der Mensch sich anklagt, wäscht Gott ihn rein."
Hl. Franz von Sales

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