Alfons von Liguori

Der hl. Alfons Maria von Liguori, der große Kirchenlehrer und Patron der Beichtväter, war ein großer Verehrer und Künder der Barmherzigkeit Gottes.

In seinem Buch, das vor wenigen Jahren unter dem Titel "Elemente einer Spiritualität der Liebe" neu herausgekommen ist, schrieb er ein Kapitel über Gottes Barmherzigkeit, das auf dem Portal zur katholischen Geisteswelt veröffentlicht wurde. Hier der Link dazu:

Der hl. Alfons über Gottes Barmherzigkeit


Das Buch kann man hier kostenlos bestellen:
www.apostolat.de

Das darauffolgende 17. Kapitel geht über das Vertrauen auf Jesus Christus. Das vollkommene Vertrauen auf Gott ist unsere Antwort auf seine Barmherzigkeit. Deshalb wollen wir hier auch dieses Kapitel wiedergeben:

17. Von dem Vertrauen auf Jesus Christus

Die Barmherzigkeit Jesu Christi gegen uns ist, wie im vorigen Kapitel gesagt worden, �ber die Ma�en gro�; auf diese Barmherzigkeit sollen wir aber S so will es Jesus zu unserem gr��eren Heile S mit lebendigem Vertrauen hoffen, gest�tzt auf seine Verdienste und seine Verhei�ungen. Deshalb empfiehlt uns der heilige Paulus, dieses Vertrauen, da es gro�en Lohn von Gott erlange, zu bewahren: "Verliert also euer Vertrauen nicht, das eine gro�e Belohnung hat" (Hebr 10, 35). Wenn daher die Furcht vor den g�ttlichen Gerichten das Vertrauen in uns schw�chen will, so sollen wir dieselbe verbannen und zu uns sprechen, wie der gelehrte Xaver Mattei in seiner ausgezeichneten metrischen Psalmen�bersetzung �ber die Worte des Psalms 42: "Warum bist du traurig meine Seele..." singt:

"Und wei�t du nicht zu hoffen?
Warum, o Herz, dies Beben?
Darfst nicht in Sorgen schweben,
Scheuch Angst und Furcht von dir!

Was st�rst du meinen Frieden?
Hoff auf den Herrn, dein Leben,
Da� einst noch seine G�te
Wir preisen f�r und f�r."

Der Herr offenbarte der heiligen Gertrud, unser Vertrauen tue Ihm solche Gewalt an, da� Er uns nichts versagen k�nne, um was wir Ihn bitten. Dasselbe sagt der heilige Klimakus: Oratio pia Deo vim infert (Scal. gr. 28). Jedes vertrauensvolle Gebet tut Gott eine Gewalt an, aber eine Gewalt, die Ihm angenehm und willkommen ist. Darum vergleicht der heilige Bernhard die g�ttliche Barmherzigkeit mit einer unersch�pflichen Quelle, aus der man desto reichlichere Gnaden sch�pfe, je gr��er das Gef�� ist, mit dem man erscheint. Dies stimmt auch mit den Worten des Psalmisten �berein: "Deine Barmherzigkeit, Herr, sei �ber uns, gleichwie wir auf Dich hoffen" (Ps 32, 22).

Gott verhei�t, da� Er alle, die auf Ihn vertrauen, besch�tze und rette: "Ein Besch�tzer ist Er allen, die auf Ihn hoffen" (Ps 17, 31). "Der Du rettest, die auf Dich hoffen" (Ps 16, 7). Es sollen sich daher, ruft David aus, alle freuen, die auf Dich, o Gott, hoffen; denn sie werden in Ewigkeit selig sein und immerdar wirst Du in ihnen wohnen. Und derselbe Prophet sagt: "Wer auf den Herrn vertraut, den wird Barmherzigkeit umgeben" (Ps 31, 10). Wer auf den Herrn vertraut, wird von seiner Barmherzigkeit umgeben und beh�tet werden, da� er gegen alle Gefahr, verloren zu gehen, gesichert ist.

O welch gro�e Verhei�ungen sind in der Heiligen Schrift denen gemacht, die auf Gott hoffen! Haben wir durch unsere S�nden uns ins Verderben gest�rzt: siehe hier ist Rettung: la�t uns mit dem Apostel zu Jesu F��en eilen, dort werden wir Verzeihung finden! "Darum lasset uns mit Zuversicht hinzutreten zum Throne der Gnaden, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden, wenn wir Hilfe n�tig haben!" (Hebr 4, 16) La�t uns nicht warten und erst dann zu Jesus gehen, wenn Er als Richter auf einem Throne der Gerechtigkeit erscheint; la�t uns unverweilt gehen jetzt, da Er auf einem Gnadenthrone sitzt. Das Verlangen unseres Heilands, uns zu verzeihen, ist nach dem heiligen Johannes Chrysostomus gr��er als unsere Sehnsucht, Verzeihung zu erhalten.

Aber, wendet ein S�nder ein, ich verdiene nicht, erh�rt zu werden, wenn ich um Verzeihung bitte. Ich antworte: wenn ihm Verdienste fehlen, so erlangt ihm sein Vertrauen auf die g�ttliche Barmherzigkeit die Gnade; denn die Verzeihung hat ihren Grund nicht in seinem Verdienst, sondern in der Verhei�ung Gottes, dem Reum�tigen zu verzeihen; darum versichert Jesus Christus: "Jeder, der bittet, empf�ngt" (Lk 11, 10). Hierzu bemerkt der Verfasser des opus imperfectum, das Wort "jeder" erkl�rend: Omnis, sive justus sive peccator: Jeder, der S�nder wie der Gerechte, wenn er nur mit Vertrauen bittet. Vernehmen wir aus dem Munde Jesu selbst, wie viel das Vertrauen vermag: "Was immer ihr im Gebet begehrt, glaubt nur, da� ihr es erhaltet, so wird es euch werden" (Mk 11, 24).

Wer aber in Anbetracht seiner Schwachheit in die alten S�nden zur�ckzufallen f�rchtet, der vertraue auf Gott, und er wird nicht zur�ckfallen, nach der Versicherung des Propheten: "Alle, die auf Ihn vertrauen, werden nicht irre gehen" (Ps 33, 23). Die auf den Herrn vertrauen, sagt Isaias, �ndern ihre Kraft, d.h. erlangen eine neue Kraft: "Die auf den Herrn hoffen, �ndern ihre Kraft" (Is 40, 31). So stehen wir denn fest und wanken wir nicht im Vertrauen, wie der heilige Paulus sagt; denn Gott hat jedem, der auf Ihn hofft, seinen Schutz verhei�en; ist daher etwas, wie es uns vorkommt, recht schwer zu �berwinden, dann la�t uns sprechen: "Ich vermag alles in Dem, der mich st�rkt" (Phil 4, 13). Wer hat jemals auf Gott vertraut und ist verlorengegangen? "Keiner, der auf den Herrn gehofft, ist zu Schanden geworden." Suchen wir aber nicht immer ein f�hlbares Vertrauen zu haben; der Wille, zu vertrauen, gen�gt. Das wahre Vertrauen ist eine Sache des Willens, ein auf Gott vertrauen wollen, weil Er g�tig ist und uns helfen will; weil Er m�chtig ist und uns helfen kann; weil Er treu ist und uns seine Hilfe verhei�en hat. Pr�gen wir uns vor allem recht tief die Verhei�ung Jesu Christi ein: "Wahrlich, wahrlich, sage Ich euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werdet, so wird Er es euch geben" (Joh 16, 23). Bitten wir also Gott um Gnaden durch die Verdienste Jesu Christi, und wir werden alles, was wir w�nschen, erlangen.

O ewiger Gott, ich wei� gar wohl, da� ich an allem arm bin: ich kann nichts und habe nichts, was mir nicht aus deinen H�nden zugekommen w�re. Ich rufe darum nur: Herr, erbarme Dich meiner! Das Schlimmste ist noch, da� ich zu meiner Armut die Schuld gef�gt habe, da ich Dir die Gnaden mit Unbilden vergalt. Doch bei all dem will ich von deiner G�te einen doppelten Erweis von Erbarmen hoffen: vorerst n�mlich Verzeihung meiner S�nden und dann Verleihung der heiligen Beharrlichkeit in deiner Liebe und der Gnade, Dich ohne Unterla� bis zum Tode um deinen Beistand zu bitten. Dies alles begehre und hoffe ich von Dir durch die Verdienste deines Sohnes Jesus und der allerseligsten Jungfrau Maria. O meine gro�e F�rsprecherin, komm mir mit deinen Bitten zu Hilfe.

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